Der Himmel über Berlin
Video and Sound Installation | 6 min 29 sec
Friedelstr. 22 12047 Berlin | realised in a Altbau attic
22 Juli 2009
Curated by Valentina Sciarra
Supported by DE.MO./MOVIN’UP-Project (Italy) and INTERFLUGS (Universität der Künste, Berlin)

Der Himmel über Berlin ist eine am 22. Juli 2009 in dem berlinerischen Bezirk Neukölln realisierte Video-und-klanginstallation.
Die Projektion und der Ton, aus denen sie besteht, dialogisieren mit der Räumlichkeit, ein Dachboden, in dem sie sich befinden.

Der Installationsraum ist wichtig wegen seiner “erhobenen” Aufstellung.
Denn das Thema der Arbeit ist die Beziehung zwischen Himmel und Erde, Offenem und Geschlossenem, Hohem und Niedrigem.

Der Dachboden ist als Mittel gedacht, einen Übergang zwischen den zwei Dimensionen zu schaffen; als Sprungbrett; als Raum, der die Energien des Publikums sammelt und sie in das äussere hinaus katapultiert.

Die Arbeit setzt sich aus drei Teilen sowie einer Einleitung zusammen und dauert sechseinhalb Minuten.

Die Einleitung (3’) ist klangvoll und begleitet den Eintritt des Publikums in den Projektionsraum.
Man hört Schritte, die in verschiedene Richtungen gehen und deren Anzahl stetig ansteigt.

Der erste Teil (1’30”)schliesst eine vom Klang begleitete Videoprojektion ein und zeigt zwei Bildschirme, auf denen ein wolkiger Himmel fliesst.
Diese Fliessbewegung wird erzeugt, indem die Kamera von einem Bildschirmrand zum Anderen schwenkt, wobei sie die Grenze zwischen den Bildschirmen überschreitet.
Das Gleiten der Wolken wird von einem aus dem Verkehrsgeräusch entstandenen Ton Rhythmisch untermalt.

Der zweite Teil (1’10”) ist ein Crescendo von Stimmen, die sich nach und nach in ihrer Anzahl und Intensität steigern. letzlich hört man ein sehr starkes Geflüster, welches sich in den Ton transformiert, der im ersten Teil den Durchgang der Wolken begleitete.

Der dritte Teil (30”) ist dem ersten Teil ähnlich, allerdings wird nur ein einzelner Bildschirm gezeigt.
Darauf erkennt man ein Fenster, durch welches man eine Art Garten sieht.
Die Videokamera kommt progressiv dem bewölkten Himmel näher, bis sie die Fensterrahmen überschreitet.

Die Installation nutzt die Energien aus, die in der umliegenden Räumlichkeit eingeschlossen sind.

Der Dachboden ist ein Wohnraum, der sich von den übrigen Wohnräumen durch seine extreme Erhebung unterscheidet, was auch der mühsame anstieg beweist, der nötig ist, um ihn zu erreichen.
Gleichzeitig ist der Dachboden ein geschlossener und komprimierter Raum.

Um diesen zentripetalkraft-Aspekt auszunutzen, wurde ein besonders kleiner Raum des Dachbodens für die Installation ausgewählt.

Hier, dicht an den Balken, macht man die Erfahrung eines dunklen und beengendenen Raumes, der sich trotzdem hoch oben befindet, so hoch wie möglich, dem himmel nah.

Der Raum wird von einer senkrechten sowie von einer grossen schiefen Wand begrenzt, die gleichzeitig die innere Seite der Decke bildet und auf der sich die einzigen zwei kleinen Fenster befinden. Das Video wurde auf diese senkrechte Wand projeziert, die Lautsprecher befanden sich links und rechts von ihr.

Die schiefe Wand übt auf die gegenüberliegende Wand einen visuellen Druck aus, so dass man während der Projektion den eindruck erhält, dass der ganze Raum zu dem Bildschirm hin konvergiert.


flyer 


Dachboden 


Dachboden